Jahreshauptversammlung des SSV

Stadtsportverband Bad Oeynhausen zieht nach einem Jahr Bilanz / 28 Vereine sind jetzt Mitglied

[caption id="attachment_778" align="alignleft" width="300"]JHV 2014 Der Vorstand des SSV Bad Oeynhausen: Helmut Schemmann als Gast vom Kreissportbund Minden-Lübbecke (von links), Lothar Gohmann, Michael Grützkowski, Hans Milberg, Wolfgang Feierabend, Rainer Müller-Held und Stefan Redeker.[/caption]

VON WOLFGANG DÖBBER

Bad Oeynhausen. Klare Worte gab es jede Menge bei der Delegierten-Tagung des Stadtsportverbandes Bad Oeynhausen (SSV), als der 1. Vorsitzende Hans Milberg zusammen mit den weiteren Vorständlern des SSV im Vortragsraum der Stadtsparkasse Bad Oeynhausen eine erste Bilanz nach der Neugründung im vergangenen Jahr zog.

Die Sportstättennutzungsgebühr sei ein „reiner Skandal“ und sie gehöre abgeschafft. Der wie immer verbal sehr bildreiche und direkt argumentierende Rainer Müller-Held wird demnächst die Vereine in Sachen effizientere Nutzung der Sportpauschale unterstützen, denn, so sagte Held: „Früher hatten wir ja noch nicht unsere bissigen Zähne drin, aber das ist ab jetzt anders. Das verspreche ich ihnen“. Ebenso kein Blatt vor den Mund nahm am Ende der Diskussion die Vorsitzende der TSG Rehme von 1888, Jennifer Hasenbank-Grothe, als sie die Schließung der alten Rehmer Turnhalle kommentierte: „Rehme wird doch sportlich platt gemacht.“

Das wiederum konnte Müller-Held nicht unkommentiert stehen lassen und verwies auf den Aus- und Umbau der Dreifachturnhalle seit 2012 im Schulzentrum Süd und konterte ebenso offen: „Warum wollen sie mit aller Gewalt in so eine marode Halle rein? Wir haben so schöne Sportanlagen im Süden.“ Hasenbank-Grothe verwies wiederum auf den „zentralen“ Charakter, den eine Sporthalle für einen Verein wie die TSG hatte, zudem fehle nun auch ein zentraler Schaukasten. Der Turnnachwuchs sei nun auf vier Hallen aufgeteilt, die Kindergruppen seien nicht besser untergebracht, es fehlen Geräte für Kleinkinder wie Taue und eine Sprossenwand. Ärger gab es zudem schon mehrfach, als Mitglieder um 16 Uhr vor verschlossenen Türen im Schulzentrum Süd standen, so die Vorsitzende. Müller-Held versprach, sich darum zu kümmern. „Für viele ist er ja mit seinem roten Pulli ein rotes Tuch“, sagte Hans Milberg augenzwinkernd, was aber wohl nur für die Unnachgiebigkeit von Rainer Müller-Held steht.

Hans Milberg nannte eingangs die Zielvorgaben des SSV für die Zukunft. Der SSV werde die Sportförderungsrichtlinien überarbeiten. Für die Abschaffung der Sportstättennutzungsgebühr wird er sich, demnächst ja mit einer Stimme im Rat der Stadt, stark machen. Die Kriterien für die Sportlehrerehrung werde er überprüfen und gegebenenfalls ändern. Die Planung für das Bäderkonzept werde vorangetrieben, und generell ist die Qualitätsverbesserung der Sportstätten weiter ein verbindliches Ziel des Stadtsportverbandes.

Der „Pakt für den Sport“ der Stadt Bad Oeynhausen wurde von allen Mitgliedern einstimmig abgesegnet. Derzeit, so Milberg, gehören dem SSV 28 Vereine an, mit drei weiteren habe er gesprochen. Die Vereine, die noch nicht im SSV Mitglied sind, sollten nach den Worten des Vorsitzenden „über den eigen Schatten springen“. Schatzmeister Stefan Redeker stellte zügig die Finanzlage vor und durfte ein kleines vierstelliges Plus verbuchen.

Irritationen gab es kurz bei der Nachfrage einiger Mitglieder, warum denn das Protokoll der Gründungsversammlung des SSV noch nicht angekommen sei. Der SSV-Vorstand beteuerte, dass alle Vereine angeschrieben worden seien. Lothar Gohmann vom SSV werde es aber in Kürze online auf die Homepage stellen. Auch die zuletzt nicht abgerufene Summe von 95.000 Euro der Sportpauschale sowie die effiziente Nutzung von Fördergeldern (das Land NRW zahlt jährlich 130.000 Euro: 50 Prozent geht an die Stadt, 50 Prozent an die Vereine) für die Vereine war ein Thema. Diesbezüglich versprach der SSV Hilfe – in Sachen Adress-Management und Kriterien-Überprüfung. Der 2. Vorsitzende Wolfgang Feierabend betonte, dass es jedes Jahr für die Vereine ein Anschreiben in Sachen Sportpauschale gebe. Hier zuckten einige erneut mit den Schultern, da sie keines erhalten hätten. Die Wege dieser Post scheinen (noch) unergründlich zu sein.

Rolf Althoff von den Bürgerschützen in Rehme erinnerte noch einmal an den maroden Kleinkaliber-Achießstand im Bürgerhaus Rehme. Der Vorsitzende des SC Oberbecksen-Babbenhausen, Thomas Eikmeier, berichtete von unsachgemäßer Nutzung des alten Sportplatzes in Oberbecksen und wie er von den Nutzern bedroht worden sei. Das alles wurde bei der Versammlung des Stadtsportverbandes notiert. Mangelnde Arbeit und Aufgaben haben sie nicht in der Zukunft. Mit Biss und den scharfen Zähnen eines Müller- Held könnten aber auch diese Fälle gelöst werden.

© 2014 Neue Westfälische 12 – Bad Oeynhausen, Samstag 14. Juni 2014

Der Stadtsportverband zieht Bilanz

Bad Oeynhausen (nw). Zur ersten Jahreshaupt- beziehungsweise Delegiertenversammlung lädt der im vergangenen Jahr neu gegründete Bad Oeynhausener Stadtsportverband ein. Nach etwas mehr als einem Jahr nach der Neugründung möchte der SSV-Vorstand Bilanz ziehen. Am Mittwoch, 11. Juni, ab 19.30 Uhr im Veranstaltungsraum der Stadtsparkasse an der Portastraße.

© 2014 Neue Westfälische 12 – Bad Oeynhausen, Dienstag 10. Juni 2014

 

Stadtsportverband organisiert Podiumsdiskussion mit Vertretern aller Fraktionen

Bild WB Podiumsdiskussion

Bad Oeynhausen(WB).Etwas mehr Interesse hätte es schon sein dürfen. Den leider nur wenigen Besuchern der Podiumsdiskussion zum Thema »Sport trifft Politik« im Volksbank-Pavillon lagen am Donnerstagabend dafür wichtige Dinge am Herzen. Ob Hallengebühr, Kunstrasenplatz, Bäderkonzept oder mangelnde Trainingszeiten – die Bandbreite war vielfältig.

Von ViolaDietrich

 

Sport und Politik

»Sollte der Sportausschuss eigenständig bleiben?« Mit dieser Frage leitete Moderator Frank Rehorst die Diskussion ein. Gerichtet war sie an Dirk Büssing (CDU), Dr. Olaf Winkelmann (SPD), Rainer Müller-Held (Grüne), Wolfgang Ochs (Bürger für Bad Oeynhausen), Klaus Breitenkamp (FDP), Andreas Korff (Linke) und Thomas Heilig (Unabhängige Wähler). Die Politiker waren sich einig: »Nach einigem Holpern sind wir jetzt auf einem guten Weg, das sollte man nicht beenden. Sport ist nicht Parteipolitik«, meinte Rainer Müller-Held. Dirk Büssing pflichtete ihm bei: »Der Sport hat einen Anspruch darauf, durch einen eigenen Ausschuss vertreten zu sein.«

Während der Stadtsportverband mit seinem Vorsitzenden Hans Milberg derzeit nur beratendes Mitglied im Sportausschuss ist, wünscht sich Thomas Heilig mehr: »Wenn man den Stadtsportverband ernst nimmt, muss man ihm auch ein Stimmrecht geben.«

 

Sport und Schulen

Durch immer mehr Ganztagsunterricht an Grund- und weiterführenden Schulen entstehen für Vereine häufig Probleme. Trainingszeiten verschieben sich nach hinten. Inwieweit eine Kooperation von Sportvereinen und Schulen im Bereich Ganztag möglich wäre, war am Donnerstag ebenfalls Thema. Wolfgang Ochs, selbst fast jeden Tag auf dem Fußballplatz, berichtete von seinen eigenen Erfahrungen: »Ich bin an mehreren Grundschulen im Offenen Ganztag tätig und betreue dort Fußball-AGs. Man kann gemeinsam etwas erarbeiten. Die Schulen müssen den Mut haben, an die Vereine heranzutreten.«

 

Langsame Stadt

Unter den Zuhörern im Volksbank-Pavillon war auch Phil Humke von den Baskets Bad Oeynhausen. Er kritisierte die mangelhafte Kommunikation mit dem Sportamt der Stadt. »Wenn wir eine Anfrage stellen, bekommen wir häufig erst nach zwei oder drei Wochen eine Antwort.« Humke kritisierte in erster Linie die »schwierige Verteilung« von Hallenzeiten. »Besonders im Winter, wenn die Fußballer in die Halle kommen, wird es zu eng. Wir sind ein wachsender Verein, der aufgrund der Kapazitäten irgendwann nicht mehr wachsen kann. Mit 30 Kindern in der Halle können wir kein altersspezifisches Training anbieten«, betonte der Basketballer, der mit seiner Kritik an der Verwaltung nicht alleine war.

Peter Bartsch, Jugendabteilung FC Bad Oeynhausen, stellte die Einteilung der Hausmeister für die Sportplätze zur Diskussion. »Das wird zu kurzfristig organisiert. Es reicht nicht, wenn wir zwei Tage vorher Bescheid wissen, wer uns wann und wo aufschließt.« Auch er wünsche sich einen besseren Dialog mit der Stadt. Holger Diekmann, Vorsitzender des Vereins Bewegung – Sport – Gesundheit, bemängelte die »Wertschätzung gegenüber den Vereinen«.

 

Hallengebühr

Ein schwieriges Thema. Während Dr. Olaf Winkelmann und Dirk Büssing dafür argumentierten, würden die kleineren Fraktionen diese Gebühr gerne so schnell wie möglich wieder abschaffen. »Die Gebühren sind Gegenstand des Haushaltssicherungskonzeptes«, sagte Büssing und betonte, dass sich Senioren-Mannschaften aufgrund der Kosten aus Hallen zurückgezogen hätten und so Zeiten für Jugendmannschaften frei geworden wären. Diese sind von der Gebühr befreit. Die Sportstättennnutzungsgebühr – wie es korrekt heißt – soll laut Stadt jährlich 32   000 Euro in die Kassen spülen. Für Andreas Korff ein Unding: »Es ist doch nichts Positives, wenn Vereine Hallenzeiten wegen der Gebühr abmelden.« Holger Diekmann (BSG) schaltete sich erneut in die Diskussion ein: »Wir zahlen die höchsten Gebühren, weil wir ein typischer Erwachsenenverein sind. Aber wir haben viele Rentner, die sozial am Limit sind.«

Rainer Müller-Held sieht Einsparpotenzial eher bei der Pflege und Bewirtschaftung der Hallen und Sportplätze. Ein Teil davon würde er gerne in die Hände der Vereine geben.

 

Kunstrasenplatz

Die Planung für den Kunstrasenplatz an der Leiter ist auf den Weg gebracht. Aber reicht das für die Fußballvereine der Stadt? Die Kommunalpolitiker waren sich fast einig, den Bau des einen Platzes erst einmal abwarten zu wollen und dann den weiteren Bedarf zu überprüfen. »Die Konkurrenz in den anderen Städten sagt uns eigentlich, dass wir mehr machen müssen«, merkte Wolfgang Ochs an. Für Müller-Held fehlt auch nach dem Platz an der Leiter ein »neutraler« Kunstrasenplatz für alle Vereine, denn der FC Bad Oeynhausen profitiere bisher als einziger Verein von dem 1,2 Millionen Euro teuren Projekt.

Das wollte Dirk Göhner, Vorsitzender des FCO, so nicht stehenlassen. Schließlich ziehe sich sein Verein von anderen Plätzen zurück. »Wir werden gemeinsam mit den anderen Vereinen eine Lösung für den Trainings- und Spielbetrieb der Mannschaften finden.«

 

Bäderkonzept

Das Kombibad im Siel soll kommen – aber wann? Bisher sagen die Planungen, dass es 2017/2018 so weit sein könnte. Klaus Breitenkamp: »Von mir aus soll das Kombibad so schnell wie möglich gebaut werden. Die Frage ist allerdings, wann wir die finanziellen Mittel dafür haben.« Interessant dürfte es werden, sobald die Diskussionen um die Ausgestaltung des Bades Gestalt annehmen. Aber auch das kann noch dauern.

Zeit, die Holger Diekmann, nur ungern aufbringen möchte. »Wir haben als Verein mit 2500 Mitgliedern nicht mehr die Kraft, darauf jahrelang zu warten. Es ist Schluss mit lustig, nehmen Sie das ernst«, forderte er die Politiker auf, das Projekt nicht auf die lange Bank zu schieben.

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Kommentar zur Podiumsdiskussion

Podiumsdiskussion in Bad Oeynhausen

Ein Gewinn für den Sport

VON WOLFGANG DÖBBER

Ein Debüt zum Nachdenken feierte der Stadtsportverband (SSV) Bad Oeynhausen mit seiner gut zweistündigen Podiumsdiskussion zum Thema „Welchen Stellenwert hat der Sport in Bad Oeynhausen?“

Dass diese Frage einen breiten, zeitintensiven Teppich an Bemerkungen, Nachfragen, kommunalpolitischen Erklärungen, Bitten und Bedenken nach sich ziehen würde, war klar. Und das war Stärke und Schwäche zugleich an diesem Abend. Sieben sportpolitische Sprecher und Ratsmitglieder aus den Fraktionen taten ihr Übriges und mussten (sich mitunter wiederholend) zu drei großen Themenfeldern antworten oder dem politischen Gegner einen im Wahlkampf mitgeben.

Das sich auftürmende „Problem“ war der Faktor „Zeit“: Denn zwischen den Ausführungen der Politiker gab es auch jede Menge erhellende Fragen der (wenigen) Gäste. Ihnen gebührt ebenso dickes Lob. Denn ohne den Basketballer vom BSV Wulferdingsen, dem Vertreter der Bürgerschützen 05, dem FCO-Funktionär Peter Bartsch oder den Bemerkungen von Holger Diekmann (Vorsitzender der BSG Bad Oeynhausen) wäre manches konkrete Problem der Sportler und Funktionäre der Vereine unerwähnt geblieben.

Die Probleme mit den Hallenzeiten in den Wintermonaten in Wulferdingsen, wenn die Fußballer zusätzlich in die Halle kommen und auf einmal 50 Kinder und Jugendliche in einer Halle stehen („da warten wir gut drei Wochen auf eine Antwort vom Sportamt“), die Sanierung und Renovierung des Kleinkaliberstandes der Bürgerschützen, das alles wurde von den Politikern notiert, Antworten wurden versprochen. Nur hatte die Podiumsrunde dann beim letzten Thema „Hallen- und Freibäder“ nur noch gute 15 Minuten auf der Uhr, denn man wollte nach zwei Stunden Plauderei durch sein. Da könnte für den nächsten Termin im Herbst (wie der Vorsitzende Hans Milberg ankündigte), eine Zuspitzung der Themen auf ein oder höchstens zwei gut tun.

Dennoch war die Podiumsdiskussion ein Gewinn für den Sport. Und der Gewinner des Abend heißt Hans Milberg. Er und sein SSV haben von allen Parteien die Unterstützung bekommen, künftig mit Sitz und Stimme im Sportausschuss vertreten zu sein. Jetzt muss Milberg nur am Ball bleiben und auch einen Ratsbeschluss herbeiführen.

© 2014 Neue Westfälische 12 – Bad Oeynhausen, Samstag 10. Mai 2014

Podiumsdiskussion Sport

Podiumsdiskussion

SSV begrüßt Politiker

Bad Oeynhausen. Hans Milberg, der 1. Vorsitzende des Stadtsportverbandes Bad Oeynhausen, blickte zum Auftakt kurz in den Pavillon der Volksbank Bad Oeynhausen-Herford, sagte dann nur kurz: „Zwei Tische mehr besetzt hätte ich schon erwartet“. Stimmt, denn wenn der Stadtsportverband Bad Oeynhausen (SSVBO) mit der Frage „Welchen Stellenwert nimmt der Sport in unserer Stadt ein?“ einlädt und die sportpolitischen Sprecher aller im Bad Oeynhausener Stadtrat vertretenden Fraktionen an der Diskussion teilnehmen, dann hätte man schon etwas mehr Resonanz erwartet, als die 25 Gäste, wobei die deutliche Mehrheit dem FC Bad Oeynhausen zuzuordnen ist. NW-Reporter Wolfgang Döbber berichtet.

Aber auch so wurde es ein recht facettenreicher Abend, der nach der Begrüßung durch Milberg in 120 Minuten drei Themenfelder (allgemeine wie aktuelle sportpolitische Fragen, die Hallen- und Sportplatzsituation und die Hallen- und Freibäder) abarbeitete, moderiert von Frank Rehorst aus Minden. Natürlich spielte die Nähe zu den Kommunalwahlen bei dem ein oder anderen Ratsmitglied eine (taktische) Rolle, wer soll es ihnen auch verübeln.

Schnell kristallisierten sich die Top-Themen wie Hallennutzungsgebühr, der neue Kunstrasenplatz im Stadion an der Mindener Straße und das von allen Parteien gewünschte Kombi-Bad sowie die Finanzierung und die „kommunalpolitische Historie“ dieser Maßnahmen heraus. Es wurde mitunter munter gestritten, wobei vor allem Andreas Korff von der Fraktion DIE LINKE gerne und sichtlich vergnügt den Part des Harmonie-Verweigerers spielte und den Vertretern der CDU (Dirk Büssing) und SPD (Olaf Winkelmann) verbal energisch entgegentrat. Beispiel Hallennutzungsgebühr: Korff betonte, dass seine Fraktion in der kommenden Legislaturperiode „diese unsägliche und komische Sportstättennutzungsgebühr wieder abschaffen werde“. Verteidigt wurde die Gebühr, die der Stadt jährlich 32.000 Euro bringt, neben Dirk Büssing (CDU), Dr. Olaf Winkelmann (SPD) auch von Klaus Breitenkamp (FDP), dem Vorsitzenden des Sportausschusses – was wiederum Korff erneut erboste. „Mich packt so langsam die Wut, wie Sie argumentieren, nach Abzug der Verwaltungsausgaben bleiben nach unseren Berechnungen nur gut 2.000 bis 5.000 Euro über, und sie erwähnen auch noch lobend, dass sich viele Vereine aus den Hallen verabschiedet haben, als wäre das ein Erfolg.“ Thomas Heilig schlug vor, über eine Verkleinerung des Rates nachzudenken, als den Vereinen weiter ans Geld zu gehen. Korff hatte neben Heilig bei dem Thema auch Wolfgang Ochs (von der BBO Bad Oeynhausen) und Rainer Müller-Held (Bündnis 90/Die Grünen), Dirk Büssing rechnete hingegen die geringe Pro-Kopf-Gebühr exemplarisch vor, und Dr. Olaf Winkelmann betonte ruhig-erläuternd den finanzpolitischen Druck durch die Haushaltssicherung: „Wir mussten ein Paket von vier Millionen Euro schnüren.“

Eingangs verwies Winkelmann auf die große Vitalität der Sportstadt Bad Oeynhausen mit gut 60 Vereinen und 14 000 Mitgliedern, und auf die Kraftanstrengung der Politik mit einer Investitionssumme von 3,2 Millionen Euro für die Sportstätten – zuletzt sind gut zwei Millionen Euro in die Renovierung der Dreifachturnhalle im Schulzentrum Süd geflossen. 2016 werde die Sanierung der Wicherngrundschule gute 1,4 Millionen Euro beanspruchen, wie Dirk Büssing von der CDU betonte. Auch beim Thema Kunstrasenplatz gesellten sich zu den Stimmen und Fakten schnell auch Stimmungen. Zunächst verwies Wolfgang Ochs kurz auf die Nachbarstadt Löhne und den Verein VfL Mennighüffen, der mit kurzen Entscheidungsprozessen in Ostscheid einen Kunstrasenplatz gebaut habe, schnell zudem. „Die Konkurrenz schläft nicht“, mahnte er.

Andreas Korff verwies auf den Beginn der Diskussion 2009, und wie viel Zeit und Energie man seitdem vertan habe. Peter Bartsch vom FC Bad Oeynhausen forderte mit Verweis auf die Situation in anderen Städten, wie zum Beispiel Münster, dass Bad Oeynhausen weitere Kunstrasenplätze benötige, nicht nur den im Sommer 2014 entstehenden an der Mindener Straße (der bereits fertig gestellte Kunstrasenplatz der SV Eidinghausen-Werste blieb in der Diskussion außen vor, Anmerkung des Verfassers). Wichtig sei auch, so die Vertreter des FCO und Wolfgang Ochs, dass die Kleinspielfläche neben dem Kunstrasen die erforderliche Größe für Mini-, F-, und E-Junioren erhalte.

Neben dem Kunstrasen-Thema strahlte auch das Thema „Kombi-Bad“ in die Diskussion. Die Geschlossenheit aller Fraktionsvertreter „Pro Kombi-Bad“ stach hervor, mit der Umsetzung sei 2017/18 zu rechnen, betonte Dr. Olaf Winkelmann. Der Standort Siel stehe fest, so Andreas Korff, Dirk Büssing (CDU) hatte Kosten im unteren Bereich von sechs bis acht Millionen Euro errechnet, in der Spitze „bei vergleichbaren Projekten auch bis 12 Millionen“ (Büssing).

Neben den Top-Themen gab es aber auch kleinere „Randthemen“, die Moderator Rehorst ansprach. Wie es um die persönliche Wertschätzung oder dem Besuch von Sportevents stehe bei den Ratsmitgliedern? Thomas Heilig war so ehrlich zu sagen, dass es 2014 noch nicht zu einem Sport-Besuch gereicht habe, während Andreas Korff als Betreuer des FCO III dreimal die Woche aktiv sei. Wolfgang Ochs ist im Jugendbereich quasi jeden Tag auf dem Fußballplatz, wie er sagte, die Fußball-Mädchen in Volmerdingsen könnten das gerne bestätigen. Rainer Müller-Held wird oft auf der Lohe beim dortigen Fußball-Bezirksligisten gesehen, hat auch eine Affinität zum Reiten. Dirk Büssing war 30 Jahre Handballer beim HCE Bad Oeynhausen, schaut dort natürlich weiterhin gerne rein. Gerne wird es auch Hans Milberg vom Stadtsportverband Bad Oeynhausen gehört haben, dass dem SSVBO zukünftig Sitz und Stimme im Sportausschuss der Stadt zuteil werden soll, wenn es nach den Ratsvertretern der Diskussion ginge.

Und was blieb vom Stellenwert des Sports in der Stadt nach dem Austausch der Argumente, Zahlen, Vergleiche, politischen Scharmützeln und Vorausschauen?: Die einfache wie banale Erkenntnis, dass weiterhin um ihn gekämpft wird – mit finanziellen Mitteln, mit Feuereifer, mit politischem Verstand, aber auch mit dem Zwang zum Sparen, Zaudern und Rationalisieren. Mit dem höchsten Gut, dass die Vereine haben: Den Willen und die Leidenschaft der Mitglieder, aus den vielen Zwängen das Beste zu machen.

Podiumsdiskussion

© 2014 Neue Westfälische 12 – Bad Oeynhausen, Samstag 10. Mai 2014